manufaktur

 

Verlassene Gebäude und Keller, Container und Schrottplätze sind die Fundorte für seltene Materialien, aus denen ich etwas mache. Historische Baustoffe (Spolien), alte Möbel oder auch Stahl erfahren in der Manufaktur Neuartiges in ungewöhnlichen Prozessen. In detailverliebter Handarbeit entstehen so begehrliche Objekte, die Einzigartigkeit, Ästhetik und die Wertschätzung fürs Altbewährte in sich vereinen.  

 

Materialist und Gestalter

In der Schule bin ich faul und unangepasst. Abenteuer, wie Baumhäuser bauen, warten in der unberechenbaren Natur. Mit seiner Leidenschaft fürs Handwerk und dem liebevollen aber strengen Hinweis „You gotta see and feel it“ weckt mein Vater meinen Sinn fürs Material. Indes bestärkt meine Mutter mich mit ihrer Behauptung „Natürlich kannst Du das“ früh darin, immer wieder Neues zu wagen. Spätestens beim Frisieren rekordverdächtiger Mopeds in Garagen von Freunden ist klar: Gestalten und Verändern sind mein Ding.

Das Bauingenieurstudium breche ich ab als es mich zu Film- und den Theaterwissenschaften (Bachelor of Arts) zieht. In den neunziger Jahren vergeude ich meinen Erfindergeist einige Jahre in der Werbebranche (wo heute noch Spießigkeit und leere Versprechungen über Kreativität herrschen) und werde ohne besondere Vorkenntnisse Kunstmaler. Weil ich Lust darauf habe. Irgendwie läuft es gut und ich leiste mir 2008 einen Master of Arts in Medienmanagement (Arts?). Warum dieses Fach? Um die Methoden und Zusammenhänge zwischen Medien und allgemeinem Management zu durchschauen. Und vielleicht, um mich mit der Welt des maßlosen Konsums zu versöhnen. Da ich Dokumentarfilme schätze, mache ich selbst ein paar. Mit Fertigstellung eines Films über die Abgründe des verlogenen Kunstmarkts verlasse ich diesen jedoch konsequenterweise.

Die Suche nach etwas Ehrlichem und Erfüllenden führt mich zurück zur Faszination für Materialien. Aus einem Experiment mit Stahlschrott entwickelt sich die Marke Samstag. Nach fünf Jahren will ich mehr als Fahrräder bauen. Im Juli 2017 stoße ich auf ein abscheuliches Abrisshaus. Nach vier anstrengenden Wochen sind drei Tonnen unterschiedlichste Materialen geborgen - intuitiv wird ein neues Projekt daraus. Im Prozess der Zerstörung und der Wiederverwendung erfährt auch die Marke Samstag eine Verwandlung.

Christopher Lewis

Christopher Lewis

 

Die ursprüngliche Idee

Das Bild verlassener Fahrräder in den Straßen stimmt traurig. Doch im Schrott verbergen sich auch hochwertige Markenfahrräder, die lange als zuverlässige und komfortable Transportmittel dienten. Leichtfertig werden sie gegen klobige Discounträder ausgetauscht - kurzzeitig glänzende Neuware, produziert für die Wegwerfgesellschaft. Die bedauerliche Entwicklung rief 2013 ein künstlerisches Projekt auf den Asphalt: Samstag Rad.

 

 

Samstag - Impact Hub                                                                                                 Gotzingerstrasse 8
81371 München
Deutschland

Termine nur nach Vereinbarung.

Tel. +49 (o)171 32 60 549

 

Sitz der Manufaktur ist im Impact Hub München, einem von weltweit etwa hundert Co-Working-Spaces des Impact Hub Netzwerkes. Gründer, Selbständige und Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen gestalten hier Wirtschaft unter nachhaltigen und enkeltauglichen Aspekten. Ein idealer Ort für die Manufaktur. Die Manufaktur ist vor kurzem um die Ecke gezogen und wurde etwas umgebaut.

Christopher Lewis

Christopher Lewis

 
 
 
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