Anpassung, Nichtkonformitaet, the Impact HUB Munich und Herr Samstag

Nicht konforme Menschen, die etwas verändern wollen, fallen auf. Insbesondere in der angepassten Menge. Die fordert zwar auch Veränderung, ist aber zu bequem, mit Gewohntem zu brechen. Andererseits, wer Gewohntes in Frage stellt, gilt als unbequem und wird ignoriert, bisweilen auch bestraft. 

Für die Unbequemen kann der Anschluss an eine Gruppe anders Denkender Versöhnung mit sich bringen. Doch Versammlungen herausragender Persönlichkeiten erweisen sich oft als schwierig. Beim Versuch, gemeinsam Lösungen zu entwerfen stiftet das Ego einzelner Unruhe. Der Kraft zur Umsetzung neuer Ideen fehlt langfristig das notwendige Durchhaltevermögen und in den meisten Fällen löst sich die Gruppe samt den guten Vorsätzen wieder auf. Das Gefühl und die Notwendigkeit, trotzdem etwas zu bewegen, bleiben.

 
Foto: Süddeutsche Zeitung

Foto: Süddeutsche Zeitung

 

Veränderung kann ohne Verzicht nicht stattfinden. So auch im Fall des uns vertrauten ökonomischen Systems. Studien zufolge verlangen acht von zehn Menschen nach einer neuen Wirtschaftsordnung. Offenbar dient die gegenwärtige Ordnung nämlich nicht – wie gesetzlich vorgeschrieben – dem Gemeinwohl, sondern der Vermehrung des Geldes einer Minderheit. Die Rechnung ist einfach: Wenige profitieren von der Arbeit und vom Lohn Vieler. Die konforme Mehrheit erklärt sich quasi mit diesem Unrecht einverstanden, beschwert sich zwar, handelt aber nicht entsprechend. In dieser Stammtischmentalität spiegelt sich die bittere Seite der Demokratie wider.

 
 

Umso mehr überraschte mich ein Ort, wo Nonkonformität bereits zur Normalität geworden ist. Im Impact HUB in München wird eine „Kultur der Unangepasstheit“ gepflegt, die wohl kaum jemand als unangenehm empfindet. Es gelingt nicht, in Worte zu fassen, was genau die Menschen bewegen, die sich dort aufhalten, oder was das Besondere an ihnen ist. Das ist gut so. In einer Zeit, in der der Verstand dem Begreifen immer öfter im Wege steht, sollten die Dinge weniger erklärt werden. Ich jedenfalls musste vor Ort sein und es selbst spüren. Die Selbstverständlichkeit und Herzlichkeit der Begegnung und Zusammenarbeit im HUB hat auch nach ein paar Monaten immer mal wieder etwas Ungewohntes für mich und manchmal bin ich unsicher, ob das Neue, das der Welt aus der Seele spricht, gelingen wird.

 
 

Erfolg planen zu wollen hat immer etwas Ungewisses. Doch Offenheit und das Vertrauen darüber, dass jeder im HUB genau das tut, wozu sie/er sich berufen fühlt, leiten die Hoffnung an. Es sind Unternehmungen und Projekte die dem Gemeinwohl dienen, initiiert von Menschen, die alleine aufgrund dessen unangepasst sind weil sie nachhaltig Sinnvolles tun. Sie sagen nein zu unbewusstem Konsum, Ausbeutung und Überfluss.

Heute mag es paradox klingen, aber früher habe ich wertvolle Zeit damit vergeudet, nicht über meinen Konsum zu reflektieren. Jetzt beschäftige ich mich täglich damit, auch im Interesse der Folgegenerationen zu handeln. Einfach weil es zukunftsfähig ist, der Welt zurück zu geben von dem, was ich bekomme.

Die neue Webseite des Impact HUB ist online und freut sich auf Menschen, die handeln wollen. Wer möchte, kann einen Termin vereinbaren, um sich ein Bild von diesem Ort zu machen. Am 7. März zwischen 11.00 und 15.00 Uhr findet dort ein Tag der offen Tür statt. Kommen Sie doch vorbei!

Posted on February 25, 2014 .